Verkehrssicherheit auf Landstraßen

Niederer Fläming, den 03.05.2017

Um die Verkehrssicherheit im Land Brandenburg ging es kürzlich bei einer Fachtagung in Oranienburg.. Vertreter der Polizei, der Straßenverkehrsbehörden und von Straßenbaulastträgern sowie weitere Akteure der Verkehrssicherheitsarbeit diskutierten Maßnahmen der Erhöhung der Verkehrssicherheit auf den Landstraßen. Weitere Themen waren der Erhalt von Alleen sowie das Wildunfallgeschehen.

 

 

Hubert Grosenick, Leiter des Straßenverkehrsamtes Teltow-Fläming, bilanziert: Fünf Jahre nach Einführung des so genannten Landstraßenerlasses im Jahr 2011 ist die Bilanz der Baumunfälle (auch) für den Landkreis Teltow-Fläming noch nicht aussagekräftig. Mit 784 Baumunfällen und 21 Getöteten führt Teltow-Fläming nach wie vor die Statistik im Land Brandenburg an. Allerdings hat sich im Vorher-Nachher-Vergleich die Anzahl der Unfälle verringert.

 

 

2016 starb jeder dritte Verkehrstote auf den Straßen des Landkreises in Folge des Aufpralls auf einen Baum. Nach Missachtung der Vorfahrt und unangepasster Geschwindigkeit sind Fahrfehler auf Landstraßen Hauptursache für Unfälle mit Personenschäden. 71 Prozent der verunfallten Fahrzeuge waren in unserem oder Nachbarlandkreisen gemeldet. Es saßen also Personen am Steuer, die sich auf den Straßen der Region auskennen sollten …

 

 

Das Ziel des Verkehrssicherheitsprogramms des Landes Brandenburg 2024 ist die „konsequente Reduzierung der Zahl der Getöteten im Straßenverkehr ausgehend vom Wert des Basisjahres 2012 um weitere 40 Prozent und der Zahl der Schwerverletzten um 50 Prozent bis 2024. „Vision Zero“ – das Ziel, Straßen und Verkehrsmittel so sicher zu gestalten, dass keine Verkehrstoten und Schwerverletzten mehr auftreten – ist und bleibt also eine Herausforderung.

 

Die Teilnehmer der Fachtagung diskutierten daher die Frage, wie die Verkehrssicherheit auf den Landstraßen verbessert, aber auch die Leichtigkeit des fließenden Verkehrs gewahrt und das Kulturgut „Alleen“ erhalten werden sollten.

 

 

Wildunfälle haben einen hohen Anteil am Unfallgeschehen. Ein Zusammenhang mit Unfällen auf Landstraßen wird in der Entwicklung der Wildtierpopulationen in Brandenburg gesehen – es gibt ca. 5,5 Stück pro Quadratkilometer. 2016 ereigneten sich in Brandenburg 16.500 Unfälle mit Wild, 1.072 davon auf den Straßen im Landkreis Teltow-Fläming.

 

 

Jagdfachleute, Polizei und Wissenschaftler haben deshalb die Ergebnisse von Analysen des Verhaltens von Wild und der Wirksamkeit von Gefahrenzeichen diskutiert. Interessant war die Einschätzung, dass Wildtiere „lernfähig“ sind, aber auch, dass das Gefahrenzeichen 142 (Achtung Wildwechsel) keine Verhaltensänderung von Fahrzeugführern zur Folge hat. Dies zeigt eine Studie der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung Gießen.

 

 

Fazit: Eine Antwort auf die Frage: „Was tun?“ konnte die Fachtagung (nur) teilweise geben. Fahrfehler können passieren, deshalb bedarf es der Aufklärung und Warnung – aber auch der Kontrolle der Fahrzeugführer.

 

Pressestelle Landkreis TF